Salon Dahlmann

09.06. - 26.08.2017
Eröffnung: Donnerstag, 8. Juni 2017, 19 - 22 Uhr


ATTEMPTING IDEAL. EMERGING ARTISTS FROM KIASMA - MUSEUM OF CONTEMPORARY ART, HELSINKI

Werke aus der Sammlung Lipponen
Eingeladen von Salon Dahlmann | Miettinen Collection

Ville Andersson, Alma Heikkilä, Hannaleena Heiska, Mikko Hintz, Alge Julija Kavaliauskaite, Joonas Kota, Robin Lindqvist, Nabb+Teeri, Tiina Palmu, Olli Piippo, Tiina Pyykkinen, Kaarlo Stauffer, Iiu Susiraja, Jenni Toikka

Bäng, Bäng, Bäng. Bälle prallen gegen eine Wand, immer und immer wieder. Ein Schuss nach dem anderen, in unablässigem Rhythmus. Nur durch einen perfekten Schuss wird das Ziel getroffen. Das Spiel zu gewinnen, ist möglich. Aber dafür braucht es Talent, ein scharfes Auge und Glück.

Attempting Ideal ist eine Ausstellung des Salon Dahlmann, in der Arbeiten von 15 Künstlern aus der Sammlung Lipponen präsentiert werden. Der Name der Ausstellung wurde einer Videoarbeit von Tiina Palmu entlehnt. Gezeigt wird eine Auswahl an Bildern, Videos, Fotografien und Grafiken.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Videoarbeiten dreier Künstlerinnen. Die springenden Bälle im Video von Palmu greifen das Vermächtnis des Konzeptualismus der 1970er Jahre auf, während Hamburger von Iiu Susiraja mit schwärzestem Humor die Geschichte eines Paares erzählt. Atonement von Jenni Toikka ist eine minimalistische Studie psychischer Anspannung, gefilmt im Sanatorium von Paimio, einem frühen Meisterwerk des berühmten finnischen Architekten Alvar Aalto. Eine Auswahl an Bildern und Arbeiten auf Papier von jungen Talenten der finnischen zeitgenössischen Kunst, zu denen u. a. Ville Andersson, Alma Heikkilä, Hannaleena Heiska, Olli Piippo und Tiina Pyykkinen zählen, begleitet die Videoarbeiten.

Um als Künstler erfolgreich zu sein, braucht es Talent, Entschlossenheit, Glück und das richtige Timing. Das Gleiche gilt für das Sammeln von Kunst. Eine Sammlung aus Werken von frisch gebackenen Kunstschul-Absolventen aufzubauen, ist ein kühner Schritt – und eine spannende Aufgabe. Ganz am Anfang ihrer Karrieren stehend ist es für einen Künstler oder Sammler unmöglich, jeden Schritt zeitlich perfekt zu planen oder genau vorherzusehen, wohin die Zukunft sie verschlägt. Mit wachsendem Umfang wird die Sammlung einen Überblick bieten, der widerspiegelt, wie sich die finnische zeitgenössische Kunst in den vergangenen Jahren verändert hat. Durch die Erhaltung der frühen Arbeiten von jungen Künstlern wird es später möglich sein, wertvolle Einsichten in die verschiedenen Phasen ihrer Entwicklung zu erlangen.

Die Sammlung und Kunststiftung Lipponen wurde 1999 gegründet. Sie wird jedes Jahr erweitert und befindet sich seit 2008 im Kiasma – Museum für Zeitgenössische Kunst in Helsinki. Die Sammlung Lipponen umfasst zurzeit 42 Werke. Die Sammlung ist insofern einzigartig, als dass alle Neuerwerbungen immer im Frühjahr aus der jeweiligen Ausstellung der neuen Master-of-Fine-Arts-Absolventen aus den vier verschiedenen Studiengängen der Akademie für Bildende Künste angekauft werden. Der Auftrag der Sammlung ist es, junge Künstler am Beginn ihrer Laufbahn ins Blickfeld zu rücken. Leevi Haapala ist seit 2008 der Fachberater der Sammlung, er ist auch der Kurator dieser Ausstellung.

Die Ausstellung ist eine Koproduktion des Kiasma-Museums für Zeitgenössische Kunst, der Stiftung Pävi und Paavo Lipponen, der People’s Culture Foundation und des Salon Dahlmann | Miettinen Collection.

 

37.004 Attempting Ideal LY04

CONCIERGE RAUM

09.06. - 26.08.2017

Samstags, 14 - 18 Uhr


Mika Taanila im Gespräch mit Olaf Möller
Donnerstag, 27.07., 18 Uhr


MIKA TAANILA

The Earth Who Fell To Man

Mika Taanila

 

Künstler und Filmemacher Mika Taanila ist einer von sechs Künstlern, die gegenwärtig im Nordischen Pavillon auf der 57. Biennale in Venedig vertreten sind. Salon Dahlmann, Berlin und Balzer Projects, Basel, freuen sich, eine Einzelausstellung von Taanilas neusten Projekten vorzustellen: die Video-Installation und Cut-Out Buch-Arbeit The Earth Who Fell To Man.

Die Videoinstallation TEWFTM ist eine Fortsetzung Taanilas reduktionistischer Film- und Klangarbeiten, wie My Silence von 2013. Die Eliminierung des zentralen filmischen Elements, die menschliche Form, verwandelt den Film in eine "gelöschte Erzählung". Die Arbeit basiert auf Nicolas Roegs Film „The Man Who Fell to Earth“ (1976) mit David Bowie, nur ohne Menschen. Landschaften, Gebäude, Kulissen, Straßen, Himmel und die Erde laufen in einer scheinbar chaotischen Ordnung verkehrt herum auf dem Bildschirm und werden akustisch durch Erdbeben und Erdrutsche begleitet.

Im Rahmen seines Projekts Film Reader für den Nordischen Pavillon in Venedig zeigt Taanila auch eine Serie präparierter Filmbücher. Anstelle einer formalen Textbearbeitung werden die Bücher mit verschiedenen Werkzeugen und Hilfsmitteln wie Skalpellen, Bohrer und Pistolen bearbeitet, wodurch ein Prozess parallel zum herkömmlichen Filmschnitt, z. B. dem „Splicing“ erzeugt wird. Diese so behandelten Bücher gehören thematisch zu den „bewegten Bildern“ im buchstäblichen Sinne: Immaterielle Ideen des filmischen Schreibens und Lesens verwandeln sich in unheimliche filmische Collagen.

Archivierung, Erinnerung, Technologie- und Medien-Nostalgie sowie Archäologie der Zukunft stehen im Mittelpunkt von Mika Taanilas Arbeiten. Erfolgreich fordert er die Schnittstellen von Kunst, Fotografie und Film heraus. Als Teil seiner künstlerischen Praxis kann er mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Bearbeitung von Film und Video (sowohl analog als auch digital) für sich nutzen und sie thematisch und visuell in seinen Arbeiten umsetzen. Viele Titel in seiner Filmografie basieren auf archivarischen Fundstücken seiner cinematografisch-archäologischen Sammlung.

Mika Taanila (*1965) lebt und arbeitet in Helsinki.