Salon Dahlmann

 

WINDOWS INTO EXILE

Brandon Lipchik

13.09.- 20.09.2019

 

Slider - Brandon

 Images: Nick Ash

 

© Brandon Lipchick, 2019

 

ERÖFFNUNG: 12.09.2019, 17 – 20 UHR

13.09. – 20.10.2019 

 
Öffnungszeiten: Samstags 12 – 18 Uhr und auf Anfrage
Temporary Showroom, erster Stock (Zugang über die Galerie Robert Grunenberg)
 

Windows into Exile, eine Einzelausstellung von Brandon Lipchik, steht im Dialog mit Roger Peyrefittes Roman “The Exile of Capri”. Peyrefitte erzählt die Geschichte einer verbotenen Liebe zwischen Jacques Fersen und Nino Cesarini, die von der italienischen Oberschicht des 20. Jahrhunderts auf Grund ihres exzentrischen Privatlebens gesellschaftlich ausgegrenzt nach Capri ins Exil flohen. Für ihre „Perversionen“ von Zeitgenossen verleumdet, existiert allein die Insel Capri als Zufluchtsort der Liebhaber. Die Gärten ihrer geliebten Villa „Lysis“ ermöglichte ihr Dasein frei auszuleben.

Die Ausstellung Windows into Exile stellt sich diese Liebenden in ihrem Paradies vor und betont Themen wie Voyeurismus, Öffentlichkeit vs. Privatsphäre, Erotik, sexuelle Identität, Utopie und auch Humor – präsentiert in einer von Capri inspirierten Landschaft. Lipchik erzeugt spielerisch vielseitige Kompositionen, bei denen der Betrachter das Gefühl hat durch ein Fenster in die intimen Räume der Liebenden zu gucken. 

Die Bildzusammenstellungen mit ihren optischen Täuschungen zwischen Tiefe und Nähe, figürlichen und räumlichen Überlagerungen lässt den passiven Betrachter zum aktiven Voyeur werden.

Bei diesem Einblick stößt man auch auf eine Zusammenstellung capresischer Artefakten, die sich mit antiker römischer Kunst, Symbolen der Freizeit, des Tourismus und Americana vermischen. Ausgehend von Lipchiks digitalem Archiv, schafft der Künstler ein Konstrukt aus Landschaft, Körpern und Stillleben.

Brandon Lipchiks Arbeiten haben ihren Ursprung zumeist in digitalen Zeichnungen, welche später auf die Leinwand übersetzt werden. Man steht vor einer Zusammenstellung aus „digitalen Artefakten“, die auf unterschiedlichen Bildebenen in Beziehung treten, so als würde man Schauspielern auf einer Theaterbühne dabei zusehen, wie sie eins mit dem Bühnenbild werden. 

Brandon Lipchik (*1993) ist ein amerikanischer Maler, geboren in Erie, Pennsylvania. Er studierte an der Rhode Island School of Design. Der Künstler lebt und arbeitet in Brooklyn, New York.

 

THE GAZE, AN EXCHANGE

Amoako Boafo

13.09. – 31.12.2019

Slider - Amoako Boafo

 Images: Nick Ash

ERÖFFNUNG: 12.09.2019, 17 – 20 UHR

13.09. – 31.12.2019

 
Öffnungszeiten: Samstags 12 – 18 Uhr
 
Temporary Showroom, Erdgeschoss 

Die Miettinen Collection | Salon Dahlmann freut sich mit Amoako Boafo seine erste Einzelausstellung in Deutschland zu präsentieren. Der aus Ghana stammende und heute in Wien lebender Künstler zeigt in der Ausstellung neben einem Werk aus der Miettinen Collection insgesamt neun neue Bilder, die seine im Jahr 2018 angefangene Serie „Black Diaspora“ aufgreifen. Im Mittelpunkt der Serie steht das Thema der Existenz afrikanischer Gemeinschaften in der Fremde einhergehend mit Fragen zur Herkunft und Identitätsfindung – persönliche Erlebnisse, die Amoako mit seinem Umzug von Ghana nach Österreich im Jahr 2013 erlebt hat.

Amoako Boafo porträtiert Menschen, die er bewundert, darunter seine Bekannten und Freunde aus Wien, Berlin und Ghana, genauso wie schwarze Künstlerikonen, wie den amerikanischen Rapper Tupac Shakur oder den Maler Jean Michel Basquiat. Bei seinen groß- und mittelgroßen Formaten auf Leinwand und Papier befragt Amoako das Selbstverständnis einer schwarzen Gemeinschaft, vordergründig aus seiner eigenen Generation. Seine figürlichen Porträts vor Farbflächen und abstrakten Interieurs malt er mit Ölfarbe, dabei entstehen die Gesichter und Hände mit Fingermalerei, die anderen Bildteile mit einem ausdrucksstarken Pinselstrich. So entwickelt Boafo energische Porträts, Figuren mit eindringlichen Blick, anmutigen und selbstbewussten Gesten und Posen. Boafo porträtiert die Menschen in seinen Bildnissen feierlich und selbstbestimmt und festigt den viel zu spät eingenommen Platz von Schwarzen in der Kunstgeschichte. Er selbst sagt über seine Malerei: „The primary idea of my practice is representation, documenting, celebrating and showing new ways to approach blackness.“

Amoako Boafo (*1984) wurde in Accra, Ghana geboren. Er studiert an der Academy of Fine Arts in Wien unter der Leitung von Prof. Kirsi Mikkola und Prof. Ashley Hans Scheirl. Im Jahre 2017 wurde er mit dem Walter Koschatzky Kunstpreis ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Wien.